Das trojanische Stadtfest

Hejeiei, lieber Gemeinderat Stumptner,

da würfelt der Wochenblick-Schreiber aber ordentlich was durcheinander, aber der Reihe nach:

Dass die Antilopen Gang kein Blatt vor den Mund nimmt, sollte allgemein bekannt sein. Allein schon der Musik-Richtung geschuldet, bedienen Sie sich einer Sprache, die nun nicht unbedingt den parlamentarischen Gepflogenheiten entspricht. Deutschrap eben.

Damit sind wir bei Punkt Nummer eins:

Das Antilopen-Zitat lautet: „DeutschRAP muss sterben, damit wir leben können“, und ist in Anlehnung an Slimes „DeutschLAND muss sterben, damit wir leben können“ eine Verhohnepipelung der eigenen Musikszene. Slime wählten 1981 den Spruch als Antwort auf das Lied „Soldatenabschied“ von Heinrich Lersch von 1914, mit der unsäglichen Parole: “Deutschland muß leben auch wenn wir sterben müssen”.

Das besagte Galgenkurzarmleibchen wiederum ist das Plattencover der „Dem deutschen Volke – Singles 1993-1994“-LP der grandiosen Terrorgruppe, einer Aggropop-Band aus dem wunderschönen Berlin Kreuzberg. Ein wirklich grandioses Cover, das schon damals unter künstlerischer Sicht ein echter Knaller war.

Und jetzt noch die Atombomben.

„Wäre es nicht wunderbar, wenn da, wo vorher Deutschland war, in ein paar Jahren ein Baggersee entsteht? Alle könnten schwimmen da, Enten füttern, Tretboot fahren. Wäre das nicht die Lösung des Problems? Atombombe auf Deutschland…“

Grandios absurde Idee, oder? Womit sich die Ernsthaftigkeit der Aussage wohl erübrigt hat. 80 Millionen abschlachten muss ja auch erstmal strukturiert geplant werden. Da jetzt keiner mal eben Atombomben oder einen neuen Lagerbauplan in der Tasche hat, müssen wir wohl leider darauf verzichten. Wir jedenfalls wären auch viel zu faul dazu. Sind eben nicht so emsige Vorzeigedeutsche, wie Oma und Opa damals.

Zwischen den Zeilen lesen will gelernt sein, dann entdeckt man selbst „in der größten Scheiße noch irgendwelche popkulturellen Querverweise“.

Trojanische Grüße
#HoGeSatzbau

PS: Nein, der Artikel enthielt keine für uns wichtigen Neuigkeiten.

Quelle: https://www.wochenblick.at/linksradikale-hass-band-tritt-mitten-in-linz-auf/